Samstag, 19. März 2011
Waldenser feiern 150 Jahre Nationalstaat Italien
Mit Überzeugung beteiligen sich die Waldenser an der 150-Jahr-Feier des Nationalstaates Italien, die am 17. März stattfindet. Sie betonen die Wichtigkeit der Einigung Italiens und des Beitrags, den die italienischen evangelischen Christen zum «Risorgimento» geleistet haben. Alle italienischen Protestanten hätten sich vor 1861 für die italienische Einigung engagiert.
Zwischen 1821 und 1850 nahmen zahlreiche politische Flüchtlinge den evangelischen Glauben an, weil sie die Freiheit der Heimat mit der in Christus gefundenen spirituellen Freiheit in Verbindung brachten, schreibt die Waldenser-Agentur Nev in ihrer Medienmitteilung. Sie erinnert auch an die vielen Italiener, die im 16. Jahrhundert nach dem Scheitern der Reformation in Italien ins Ausland ausgewandert sind. Ihre Nachkommen bildeten jenen toscanischen Evangelismus, der vom dortigen Grossherzog bekämpft wurde und das Interesse des internationalen Protestantismus auf sich zog. Genau diese Verfolgungen hätten den Bestrebungen zur Einigung Italiens gedient und schlussendlich die entscheidenden Aktionen von Cavour und Garibaldi favorisiert.
In Garibaldis legendärem «Marsch der 1000» gab es auch eine protestantische Legion, die vom Sekretär des englischen Premierminister Palmerston angeführt wurde. Dieser Ashley Shaftesbury war der Sohn des Präsidenten der Christian Alliance protestante.
Sonntag, 27. Februar 2011
Die promovierte Guttenbergiade
Karl-Theodor von und zu Guttenberg: Plagiator oder "Germany's next chancelor"?
Giorgio Girardet
"Frei ist der Bursch": Kaiser Wilhelm auf Kneipe, Nebelspalter 1891.
Donnerstag, 3. Februar 2011
Schweizer Heereskunde (II) 1668 - 1848
[p. 18]
{Defensionale 1668}
Am 18. Mörz 1668 wurde in Baden das Eidgenössische Defensionale beschlossen
"zue unsers allgemeinen Standes und VaterLandes nothwendiger beschirmung
und erhaltung der von unsern Lieben altfordern so theür Erworbenen herrlichen
Freyheiten."
Diese Wehrverfassung war ein bedeutender Fortschritt und konnte - im vaterländischen Sinne weitergeführt - die Grundlage zu einer für das ganze Volksleben segensreichen Weiterentwicklung des Wehrwesens werden.
Die Einteilung der Streitkräfte in 3 "Auszüge" (GG: die späteren "Heeresklassen"?: Auszug, Landwehr, Landsturm) wurde beibehalten. Der 1. Auszug follte aus 13'400 Mann Infanterie, 400 Reitern und 18 Geschützen bestehen. Für den 2. und 3. Auszug war den Orten noch 2 mal soviel Mannschaft vorgeschrieben, so dass eine Armee von rund 40'000 Mann Infanterie,
1200 Reitern und 48 Geschützen aufgestellt werden konnte.
Der 1. und 2. Auszug wurden in zwei "Armeen" geteilt, an deren Spitze je sechs Stabsoffiziere
der verschiedenen Orte standen, und zwar
"ain Oberster feldthauptmann, ain Obrister feldtwachtmeister ain [p. 19] Obrist über die Artillerie, ain Quartiermeister, ain Provos, ein Wagenmeister."
Je eine "qualificierte Standesperson" und ein hoher Offizier jedes Ortes bildeten einen Kriegsrat, dem grosse Kompetenzen eingeräumt waren. Die Herren vertraten im Felde die Obrigkeiten, sie sollten
"getreüwlich und üffrichtig Beratschlagen, helffen, was Sie bei Ehr,
Eiden und gewüssen dem gemeinen lieben vatterland vortheilig fürstendig und
erspriesslich erachten mögen"
"feindt Zuesuchen, an Zegreiffen, Zeschlagen, nachzeJagen auch in
seinem eigenen Landt zue Verfolgen"
Die Armee sollte jederzeit mit "Wehr und Waffen, Kraut und Loth" kriegsbereit sein. Die Orte hatten für genügende Verpflegungsvorräte - besonders an der Grenze - zu sorgen.
In Art. 10 wird die Grenzbewachung geregelt. Die Grenzorte sollen "Bei anscheinender gefahr", also rechtzeitig und eventuell vor Kriegsausbruch "vorderist alle Päsz der notrufft nach Besetzen und Bewahren". "Sändungen bei den annähernden völkern", d.h. Patrouillen über die Grenze dem feindlichen Heere entgegen, sollten dessen "Intention so vill möglich erfahren" und sofort an die "KriegsRäth" melden.
Hochwacht von Erlach (Kt. Bern) mit Blick auf die Petersinsel{Chutzen}
Eine grosze Zahl optischer Signalstationen, die sog. Hochwachten oder Chutzen ermöglichten die Weiterleitung solcher Meldungen und erleichterten eine rasche Alarmierung der Mannschaften.
Diese Hochwachten wurden bei drohender Kriegsgefahr von einigen Mann bezogen. Zu der Einrichtung gehörte in der Regel ein Wachhäuschen mit den nötigen Instrumenten zur Orientierung, wie Quadrant oder [p. 20] "Absichtsdünchel" usw., ferner Holz oder eine Harzpfanne, später eine Anzahl Musketen und Mörser.
Bern hatte 156, Freiburg 33, Thurgau 56 Hochwachten. Zürich war mit dem Rheintal, Bünden, Glarus und Basel verbunden. Bei günstiger Witterung konnten in einer Viertelstunde sämtliche Hochwachten des Kantons Zürich benachrichtigt werden.
Obersee-Gebiet mit Rapperswil und Wurmsbach auf der Gyger-Karte von 1676{Militärkarte}
Auch in anderer Weise suchte Zürich seine Kriegsbereitschaft zu vervollkommnen. 1619 erteilte der Rat einigen Ingenieuren den Befehl eine Militärkarte des Kantons und der angrenzenden Gebiete herzustellen. Die Herren hatten nicht nur die "orther und päsz uffzerysen, die Landtstraszen, steg, wäg, flüsz, fahr, möszer, sümpf, büchel, hinderzüg ze verzeichnen", sondern sollten auch £Angaben machen, "das Land ze bevestenen und gegen den fynt wehrhaft ze machen mit Batterien, Wällen, Schanzen, verborgenen Wachten etc." Bereits 1620 lag eine Karte der Nordostschweiz vor, die nach dem Namen ihres Autors, des bekannten Topographen Gayger, die "Gygersche" genannt wird.
{Kriegskasse}
Von den späteren Ergänzungen zum Defensionale - bis 1674 - ist die Errichtung der Kriegskasse zu erwähnen. Jeder Ort sollte für zwei Auszüger 1 Thaler einbezahlen; die Verwaltung der Kasse war streng geregelt. Als Hauptzweck der Armee wurde der Schutz der Neutralität bezeichnet.*
1672-74 versammelten sich die Kriegsräte oft und arbeiteten mit Fleisz an der Weiterentwicklung des Wehrwesens; aber leider wurde diese durch die Oppo=[p.21]sition einzelener Orte verunmöglicht, indem eine höchst unpatriotische Hetze gegen das Defensionale einsetzte.
Trotzdem hat diese Wehrverfassung dem Lande gute Dienste geleistet. Öfters verhinderte schon ihre Existenz Durchmärsche feindlicher Truppen. In der Regel genügten die Aufforderung an die kriegführenden Parteien, die Neutralität zu respektieren, und die Bereitstellung des 1. Auszuges. Das war im Fall im Julit 1673, im Oktober 1676, im Juli 1677. 1678 kamen die Defensionaltruppen zu spät, aber die Grenzverletzung bei Riehen war sehr gering. Weitere Versuche, z.B. der beabsichtigte Rheinübergang bei Rheinfelden, wurden aber durch die 2'650 Mann Grenztruppen verhindert. Schanzen an der Birs, bei Augst, an der Hülfftenbrücke sollten diesen Grenzschutz erleichtern. 1689 standen vom Juni bis September 2520 Mann bei Basel. Als Kuriosum mag erwähnt werden, dasz in diesem Falle beide Kriegführenden, der Kaiser und der französische König, die Kosten der eidgenössischen Grenzbewachung zum grossen Teil trugen: jeder mann erhielt monatlich fünf Louistaler. Erst im März 1691 kehrten die Grenztruppen nach Hause zurück.
Im eidg. "Schirmwerk" vom 7. September 1702 wurde das Defensionale bestätigt.
{18. Jahrhundert}
(Fortsetzung folgt)
Dienstag, 25. Januar 2011
Gnadenglanz
Giorgio Girardet
Mit der Lebensbeichte ihres antiklerikalen Grossvaters machte sie 2004 den Metzger Hans Meister zum heimlichen Star der Schweizer Literatur. In «Ida» jetzt widmet sie sich ihrer katholischen Grossmutter und vollendet – nach «Die Frau des Metzgers» – die Trilogie ihrer Familienaufstellung.
Was wissen wir Aufgeklärten noch vom abgrundtiefen Glauben? Wir, die wir um das Linsengericht eines Castings im Bikini das Himmelreich verspielen?
Dass es absolute Werte geben muss, ahnte Susanna Schwager in der modrig-kampfgeschwängerten Wohnung ihrer Grossmutter Ida, einem Kirchenlicht in katholisch Örlikon. Deren Küsse wurden der Enkelin zum Wegweiser in die schroffe Gottseligkeit des vorkonziliarischen Katholizismus des «Heiligen Strichs» um Bichelsee nahe dem Kloster Fischingen, wo der bärtige Seelenhirte Evangelist Traber über die Jungfrauenkongregation wachte und die unberührten Bräute Klöstern oder frommen Katholiken zur Christenzucht zuführte.
Ida aber musste Johannes, den Hilfsförster, nehmen und ihn an ihr im falschgläubigen Örlikon ein paarmal seine Mannespflicht vollziehen lassen. Ein Leben mit vielen Kindern und wenig Brot.
Schreibarbeit. Anders als in ihrem Werk «Fleisch und Blut», wo Susanna Schwager des Grossvaters sprudelnde Lebensbeichte gestalten durfte, und anders auch als bei der «Frau des Metzgers», wo sie das familiäre Raunen über den Inzest zu einem vielstimmigen Chor montieren konnte, musste Susanna Schwager die Glaubenswelt der Grossmutter Ida aus Brevieren, frommen Traktaten, Nachrufen und Predigtnotizen der Beichtväter und aus Verwandtenbriefen rekonstruieren.
In gewohnt musikalischer Sprache gelingt es Schwager, gefundene und erfundene Motive fugenhaft zu einem dichten Text zu weben. Und so legt man dieses Buch nicht aus den Händen, bis die letzte Zeile verklungen ist und man den Weihrauchduft von «säbi zyt» durch Leben, Wirken und Sterben der Ida erschnuppert hat.
Man wünschte sich die Trilogie in Leinen und Fadenheftung bei einem renommierten Literaturverlag. Sie gehört neben Charles Lewinskys «Melnitz», neben Alex Capus Erzählwerk und Walter Kempowskis «Heile Welt» in die Epoche des post-ideologischen, humanistischen Realismus. Die grosse Resonanz, die Susanna Schwager mit ihrem Schreiben findet, macht sie den Gralshütern des Feuilletons suspekt. Ihre Beliebtheit erklärt sich aus dem Geheimnis ihrer Kunst, so etwas wie den Gnadenglanz Gottes in ihrer dichten Erzählung aufscheinen zu lassen. In der lichten Würdigung dessen, was war, wird Literatur zur verborgenen Theologie. Hierin gleicht sie Gotthelf und dem «kitschigen» malenden Theologen Albert Anker.
Obwohl sie sich «unreligiös» nennt, endet ihr barockes Figurengedicht auf dem Frontispiz zur «Ida» mit der Zeile «wo Gott hockt». Und diese Gottsuche ist nicht nur Schwagers Geschäft, es ist jenes der Dichtkunst.
> Susanna Schwager: «Ida». Wörterseh Verlag, Gockhausen 2011. 216 S., ca. Fr. 33.–.
Erschien in der "Basler Zeitung" vom 21. Januar 2011 in "Kultur". Abonnements hier.
Montag, 24. Januar 2011
Wuchtiges Erbe

Von Giorgio Girardet*
«Zu Beginn hat es mich etwas eingeschüchtert, am Ort, wo Zwingli wirkte, zu predigen», sagt Pfarrerin Käthi La Roche. Auch heute noch flösst ihr der Kirchenraum Respekt ein: «Hier wurde seit Jahrhunderten jeden Sonntag gepredigt, ganze Generationen haben ihre Kinder getauft und ihre Toten beweint.»
Geschichtsträchtig
Käthi La Roche predigt Sonntag für Sonntag an einem geschichtsträchtigen Ort: Von der Grossmünsterkanzel hat Huldrych Zwingli am 1. Januar 1519 in Zürich die Reformation eingeläutet: Er verkündete, er werde fortan nicht mehr der bisher verbindlichen liturgischen Ordnung des katholischen Kirchenjahres, den Perikopen, folgen, sondern seiner Gemeinde in mehreren Predigten das ganze Matthäus-Evangelium auslegen. Damit führte er die «lectio continua» ein, wie diese Art zu predigen in der theologischen Fachsprache heisst.
Allerdings: Die Kanzel, die Käthi La Roche am Sonntag besteigt, ist nicht die Kanzel, auf der Reformator Zwingli vor knapp fünfhundert Jahren predigte. Zwar ist sie, wie es zur Zeit Zwinglis üblich war, in gotischen Formen gehalten. Tatsächlich aber ist die heutige Grossmünsterkanzel der letzte Überrest der Umgestaltung des Grossmünsters im neugotischen Stil aus dem Jahr 1853.
Opfer des Bildersturms
Oft überleben Kanzeln den Umbau von Kirchenräumen. Doch ausgerechnet die Kanzel, auf der in Zürich die Reformation begann, fiel der Reformation zum Opfer: Das aufgebrachte Volk zerstörte sie 1524. Im Bildersturm wurden alle Altarbilder, Schnitzereien und Bilder aus den Kirchen getragen und vernichtet. Man weiss deshalb heute nicht mehr genau, wo die Kanzel des Reformators ursprünglich gestanden hat. Der Kunsthistoriker Daniel Gutscher vermutet, dass sie sich, wie auch in anderen Kirchen üblich, gegenüber der Orgel vor einem der östlichen Pfeiler des Mittelsschiffs befand.
Erst zwei Jahre nach dem Bildersturm wurde im Grossmünster eine neue Kanzel errichtet. Sie entsprach der «neuen Lehre» der Reformation: Die katholische Messe galt als überwunden, und neu stand das Wort im Zentrum des reformierten Gottesdienstes. Dieses Programm wurde auch architektonisch umgesetzt: Die Kanzel als Ort der Verkündigung rückte in den Mittelpunkt des Kirchenraumes. Sie ersetzte den Altar, der das Zentrum der katholischen Messe gewesen war.
Um diesen Wandel symbolisch zu untermauern, wurden aus allen Kirchen Zürichs die Altarsteine entfernt und für den Bau eines Lettners verwendet, einer Trennmauer zwischen Chor und Hauptschiff des Grossmünsters. Auf dem Lettner wurde daraufhin ein Balkon mit einer Kanzel errichtet. Diese Lettnerkanzel bestieg im Jahr 1531 Zwinglis Nachfolger Heinrich Bullinger, nachdem der Reformator in der Schlacht von Kappel sein Leben gelassen hatte. 1853 wurde sie entfernt und durch die heutige, neugotische Kanzel ersetzt.
Erbe bewahren
Bullinger setzte die von Zwingli eingeführte «lectio continua» fort. In den ersten zwölf Jahren seiner Predigttätigkeit – er predigte fast jeden Tag – behandelte er die ganze Bibel von Anfang bis Ende. Diesem Erbe ist Pfarrerin Käthi La Roche noch heute verpflichtet. Zusammen mit ihrem Amtskollegen Christoph Sigrist wählt sie abwechselnd ein Buch des Alten und des Neuen Testaments aus und gestaltet darüber eine Folge von Predigten. «Ich kann nicht auf die Kanzel steigen, ein Gedicht aufsagen und dann darüber improvisieren», grenzt sich Käthi La Roche gegen neuere Predigtstile ab. «Wir haben hier ein reformatorisches Erbe zu bewahren, diese Kirche muss ein klares Profil haben. Das heisst für mich auch Treue zur Wortauslegung.»
* Giorgio Girardet, Historiker, hat die Serie «Kanzel-Geschichten» für den «Kirchenboten» konzipiert.
Kanzel-Geschichten
Längst nicht mehr alle Pfarrerinnen und Pfarrer steigen zum Predigen auf die Kanzel. Früher war das anders. Die Serie porträtiert sechs Kanzeln im Kanton: Was haben sie für eine Geschichte, und wie gehen Pfarrerinnen und Pfarrer heute mit ihnen um?
Erstveröffentlichung im "Kirchenboten für den Kanton Zürich" Ausgabe 20, 18. Oktober 2006
Sonntag, 23. Januar 2011
Werkverzeichnis mit Links 1991 bis September 2008
13.08.08 / Wegweisende Kompetenz / Nebelspalter-Blog
01.07.08 / Das geheime Sitzungsprotokoll der SP-Frauen / Nebelspalter (2008/6)
27.06.08 / Von Winkelried zur PIN / NZZ
01.06.08 / Ueber staatlich geförderte Kunst / Nebelspalter (2008/5)
16.05.08 / Rede an die verluderte Schweiz (Netz-Zweitverwertung) / news.ch
16.05.08 / Rede an die verluderte Schweiz (Netz-Zweitverwertung) / nachrichten.ch
09.05.08 / Lateinische Leitsätze neu aufgelegt: Bullingers „Hausbuch“, ein Bestseller des 16. Jahrhunderts / Zürcher Oberländer
01.05.08 / Tito´n´Tell: Vom Saubannerzug / Nebelspalter (2008/4)
01.05.08 / Baldinger schaltet auf digital / Nebelspalter (2008/4)
01.05.08 / Offene Rede an das verluderte Schweizer Geschlecht / Nebelspalter (2008/4)
01.03.08 / Tito´n´Tell: Vom verlorenen Blut in Nancy / Nebelspalter (2008/2)
01.02.08 / Tito´n´Tell: Vom verlorenen Mut in Murten / Nebelspalter (2008/1)
30.01.08 / Das neue Du: Die neue Avantgarde ist das gebildete Bürgertum / facts.ch
28.01.08 / Bloggender Pfarrer trifft Metzger (Hinweis auf NZZ) / facts.ch
28.01.08 / Der neue Pfarrer von St. Peter im «Examen» / NZZ
18.01.08 / „Achtung, hier wird scharf geschossen“ / Das Magazin
07.01.08 / Klageweib, das (Girardets kleines Lexikon der Schweiz) / facts.ch
2007
31.12.07 / Wiege der Swissness (vollständige Version) / facts.ch
09.12.07 / Räte! Lasst Herrn Blocher müssig gan! / facts.ch
07.12.07 / Tito´n´Tell: Vom Teufel / Nebelspalter (2007/10)
07.12.07 / Baldinger wählt Blocher / Nebelspalter (2007/10)
08.12.07 / Die Wiege der „Swissness“ / NZZ
27.11.07 / Solidschweiz, die (Girardets kleines Lexikon der Schweiz) / facts.ch
10.11. 07 / Das Waterloo der «Frauen-Partei» (Zweitverwertung) / facts.ch
01.11.07 / Tito´n´Tell: Von der ewigen Spinne / Nebelspalter (2007/9)
01.10.07 / Tito´n´Tell: Vom Geheimplan / Nebelspalter (2007/8)
01.09.07 / Tito´n´Tell: Von Söhnen, wie St.Jakob sie sah / Nebelspalter (2007/7)
07.07.07 / Tito´n´Tell: Vom Alten Zürichkrieg (2. Teil) / Nebelspalter (2007/6)
01.07.07 / Brief eines Patrioten: „Kinder aufs Rütli“ / Das Magazin
23.06.07 / Alpaufzug auf Strassberg / NZZ
01.06.07 / Tito´n´Tell: Vom Alten Zürichkrieg (1. Teil) / Nebelspalter (2007/5)
29.05.07 / «Besprechung beruflicher Fragen und Pflege kollegialen Lebens» / NZZ
01.05.07 / Tito´n´Tell: Von den ennetbirgischen Episoden / Nebelspalter (2007/4)
xy.04.07 / Das Ehebuch des Patriarchen (Rezension von Bullingers Ehebuch) / Weltwoche (2007/14)
14.04.07 / Lob der „Chäfer“ / NZZ
10.03.07 / Wen das Vaterland ruft: Wie die Armee an einem Rekrutierungstag ihren Nachwuchs auswählt / NZZ
01.03.07 / Tito´n´Tell: Von den Aargauern / Nebelspalter (2007/2)
26.02.07 / Mit Neubürgern gegen politische Spannungen: Masseneinbürgerungen im alten Zürich / NZZ
25.02.07 / Unser Mann im Call-Center: „Schön, dass wir Sie erreichen“ / Das Magazin
16.02.07 / Die Wegleitung: Von einem Helvetismus, der gerade Saison hat / NZZ
01.02.07 / Tito´n´Tell: Von der Masseneinbürgerung / Nebelspalter (2007/1)
19.01.07 / Kronzeuge der Enge: Carl Albert Loosli, streitbarer Selfmade-Intellektueller / Basler Zeitung
18.01.07 / Kanzelgeschichten (6): „Hier braucht es keine Kanzel“ / kirchenbote (2007/2)
04.01.07 / Kanzelgeschichten (5): „Die Kanzel selber ist eine Predigt“ / kirchenbote (2007/1)
02.01.07 / Schuss von der Kanzel: Endlich, die Bibelin ist da / Das Magazin / Echo
2006
19.12.06 / «Da bin ich gern volkstümlich». Im Gespräch mit Alex Capus über alte
18.12.06 / Helvetische Errungenschaften: Nebelspalter / NZZ
xy.12.06 / Kanzelgeschichten (3): Wuchtiges Überbleibsel / kirchenbote (2006/22)
xy.12.06 / Gender Studies: Meier, bei Ammann / Das Magazin (2006/50)
26.10.06 / Helvetische Errungenschaften: Freibergerpferd / NZZ
18.10.06 / Kanzel-Geschichten (1): Wuchtiges Erbe / kirchenbote (2006/20)
29.06.06 / Wahlkampf in der S-Bahn / Wochenzeitung
24.06.06 / Die Kandidatinnen auf Wählerfang / Zürcher Oberländer
29.05.06 / Der Traum lag in der Luft: Zu Besuch bei „Lisan“, dem Basler Verlag für arabische Literatur / Basler Zeitung
13.05.06 / Die Kletterstange / Das Magazin
05.05.06 / Emanzipation in Haydns Oper: Dusan Simko kümmert sich um „Esterházys Lakai“ / Basler Zeitung
26.04.06 / „Arbeiten für die Ewigkeit“: Wie die Landesbibliothek auf „Googles Herausforderung“ reagiert / Basler Zeitung
27.03.06 / swissness: Indiskretion, die / Basler Zeitung
10.03.06 / Der Melnitz-Komplex: Jüdischer Schweizerspiegel oder Schweizer Judenspiegel? / Basler Zeitung
27.02.06 / swissness: Kircheneintritt, der / Basler Zeitung
22.02.06 / Die Sache mit den Besten: Wie Bücher auf Bestsellerlisten klettern und in die Medien schlüpfen / Basler Zeitung
13.02.06 / swissness: Theatergemeinde, die / Basler Zeitung
04.02.06 / Ein „Touch of Fame“ am Dada-Haus / Basler Zeitung
30.01.06 / swissness: Tantenstadt, die / Basler Zeitung
16.01.06 / swissness: Gersauer, die / Basler Zeitung
02.01.06 / swissness: Berchtoldstag, der / Basler Zeitung
2005
12.12.05 / swissness: Achillesferse, die / Basler Zeitung
01.12.05 / Tito´n´Tell: Vom Teufel / Nebelspalter (2005/9)???
28.11.05 / swissness: Mannwerdung, die / Basler Zeitung
14.11.05 / swissness: Martinimahl, das / Basler Zeitung
10.11.05 / Letzlich geht es um Karrieren: Kommt Schweizer Geschichte wegen deutscher Historiker zu kurz? / Basler Zeitung
01.11.05 / Tito´n´Tell: Vom Teufel / Nebelspalter (2005/9)
31.10.05 / swissness: Agglomeration, die / Basler Zeitung
15.10.05 / swissness: Nebelspalter, der / Basler Zeitung
11.10.05 / Helvetische Errungenschaften: Modellbaubogen / NZZ
07.10.05 / Die konservative Wende / Nebelspalter (2005/8)
01.10.05 / swissness: Fauxpas, der / Basler Zeitung
17.09.05 / swissness: Bettagsmandat, das / Basler Zeitung / Echo
10.09.05 / swissness: Jungbürgerfeier, die / Basler Zeitung
03.09.05 / swissness: Gleichstellungsbüro, das / Basler Zeitung
02.09.06 / Tito´n´Tell: Von den Strömen / Nebelspalter (2005/8) / Echo
13.08.05 / swissness: Hirtenamt, das / Basler Zeitung
30.07.05 / swissness: Höhenfeuer, das / Basler Zeitung
19.07.05 / Erwürgt, erhängt, geflohen, gestellt: Kriminalbilder aus dem Polizeiarchiv von Los Angeles im Kunsthaus Zürich / Basler Zeitung
13.07.05 / 13 Koffer Fremdheit: „Jeder ist ein Fremder – fast überall“ – eine Ausstellung im Landesmuseum Zürich / Basler Zeitung
16.07.05 / swissness: Staatsdesign, das / Basler Zeitung
02.07.06 / Tito´n´Tell: Von der Heimat / Nebelspalter (2005/7) / Echo
02.07.05 / swissness: Obligatorische, das / Basler Zeitung
25.06.05 / Fotografie als Staatskunst: Die Illustren des Bundes - ein Porträt der Schweiz. / Basler Zeitung
20.06.05 / swissness: Seifenoper, die / Basler Zeitung
25.04.05 / Merci, Harry! Abschied von Harald Szeemann / Basler Zeitung
09.04.05 / Wo die Hirschhorn-Million fehlen wird / Basler Zeitung
09.04.05 / swissness: Heimatort, der / Basler Zeitung
01.04.05 / Es ist eine Frage der Ehre: Swissness, politische Kultur, Christoph Mörgeli und alt Bundesrat Kaspar Villiger / Basler Zeitung
26.03.05 / swissness: Schweizergeschichte, die / Basler Zeitung
12.03.05 / swissness: Bernergeist, der / Basler Zeitung
11.03.05 / Die Umkehrung des Pissoirs: SVP-Literat Freysinger im Dada-Haus / Basler Zeitung
26.02.05 / swissness: Verfassung, die / Basler Zeitung
25.02.05 / Stuckrads erster Ernstfall / Basler Zeitung
19.02.05 / Eine Kultur in der Defensive: „La dolce lingua“: Das Schweizer Landesmuseum huldigt Italien / Basler Zeitung
12.02.05 / swissness: Tambour, der / Basler Zeitung
29.01.05 / swissness: Bastelbogen, der / Basler Zeitung
2004
„Vom Mammut zum Big Mac: Die Geschichte vom Fleisch“. In: Das Fleisch: Wissenswertes rund ums Fleisch. (Weber Verlag). Thun, (2004)
xy.12.04 / Swissness-Lexikon (VII): Metzler-Effekt, der / Das Magazin (50/2004)
31.08.04 / Historiker Bullinger noch unentdeckt: Für Geschichtsprofessor Anthony Grafton ist der Zürcher Reformator ein bedeutender Historiograph. / Zürcher Oberländer
xy.08.04 / Swissness-Lexikon (VI): Mutterschaftsversicherung, die / Das Magazin (36/2004)
xy.xy.04 / Swissness-Lexikon (V): Fixerstübli, das / Das Magazin (xy/2004)
19.07.04 / Der Vater der reformierten Kirche (gek. Zweitauswertung) / Landbote
14.07.04 / Heinrich Bullinger: Vater der Reformierten Kirche: Theologe, Historiker und Schriftsteller: Am 17. Juli feiert der Nachfolger Zwinglis seinen 500. Geburtstag. / Zürcher Oberländer
xy.03.04 / Swissness-Lexikon (IV): Sechseläuten, das / Das Magazin (16/2004) Echo
xy.03.04 / Swissness-Lexikon (III): Wegleitung, die / Das Magazin (13/2004)
xy.03.04 / Swissness-Lexikon (II): Bundesratsfeier, die / Das Magazin (11/2004)
xy.01.04 / Swissness-Lexikon (I): Nachschiessen, das / Das Magazin (02/2004) Echo
2002
30.01.02 / Tiere erhalten Rechte und einen Anwalt / Zürichsee-Zeitung
17.01.02 / UNO-Podium mit Heimvorteil für SVP-Vertreter / Zürichsee-Zeitung/Rechtes Ufer
16.01.02 / „Wir haben Ideen, Mut und Know-how“ / Zürichsee-Zeitung
14.01.02 / Politik klagt die Justiz an / Zürichsee-Zeitung
07.01.02 / Der „Euro-Techniker“ hat genug / Zürichsee-Zeitung
07.01.02 / Eine wahre Bilderbuch-Karriere / Zürichsee-Zeitung
2001
24.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
22.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
21.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
20.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
19.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
18.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
18.12.01 / Die Jungen nutzten die Chance / Zürichsee-Zeitung/Rechtes Ufer
17.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
15.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
14.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
13.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
12.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
11.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
10.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
04.12.01 / „Adventsfenster“ / Zürichsee-Zeitung
25.07.01 / Für die Leserschaft gegen den Strom: zum Tod eines aussergewöhnlichen Journalisten (Indro Montanelli) / Landbote
03.03.01 / Der Judenmord von 1349: Der heilige Matthias und die Zürcher Mordnacht / NZZ
1996
10.12.96 / Jakob Brunner, ein Pionier des Illustrationsdrucks (3.Teil). / DruckIndustrie Nr.23-24/1996. Sn. 43 - 45
19.11.96 / Jakob Brunner, ein Pionier des Illustrationsdrucks (2.Teil). / DruckIndustrie Nr.22/1996. Sn. 43 - 46
05.11.96 / Jakob Brunner, ein Pionier des Illustrationsdrucks (1.Teil). / DruckIndustrie Nr.21/1996. Sn. 39 - 42
1995
30.01.95 / Die Rückkehr der Widderzunft an den Rennweg / NZZ
1994
14.03.94 / Eine haarige Geschichte: Nestroys „Talisman“ im Kurtheater Baden / Brugger Tagblatt
In den Jahren 1991 – 1997 entstanden über 200 Theaterkritiken aus dem Kurtheater Baden für das jetzt zur „Aargauer Zeitung“ gehörende Kopfblatt „Brugger Tagblatt“
1991
07.03.91 / Vom nachmetaphysischen zum nachkommunistischen Lehrstück: "Der gute Mensch von Sezuan" im Kurtheater Baden / "Brugger Tagblatt" (heute "Aargauer Zeitung")
01.03.91 / Mehr Transparenz an der Uni: Zur Aenderung des Unterrichtsgesetzes am 3. März / „Vorwärts“
25.02.91 / Berufungsk(r)ämpfe: Hintergründe zur Abstimmung vom 3. März / "Zürcher StudentIn" Nr. 29
xy.02.91 / Nach drei Jahren (fast) am Ziel: Vorgeschichte der Mitbestimmungsabstimmung / "Zürcher StudentIn"
27.01.91 / Mitbestimmung - eine universitäre Tradition (2. Teil und Schluss) /
20.01.91 /Mitbestimmung - eine universitäre Tradition / "Zürcher StudentIn"
Freitag, 10. Dezember 2010
Dieser Autor hat Mühe mit der Vernunft
Erstaunliche Replik auf meinen Bettagsbeitrag in der "Basler Zeitung".
Georg Kreis
Es ist erschreckend und trotz allen Gegebenheiten erstaunlich, dass
Stattdessen wirft er den «Kulturschaffenden» in gröblicher und völlig unzutreffender Weise vor, «sich in jüngster Zeit vor dem Gegenwind aus dem Albisgüetli unter die Rockschösse des Präsidenten der Eidgenössischen Antirassismuskommission» (EKR) zu flüchten. Das ist umso peinlicher, als der Verfasser selbst ganz offensichtlich an den Rockschössen eines Christoph Blocher hängt. Dieses Diskussionsniveau ist zu tief, als dass man es da aufnehmen könnte.
Es sticht Girardet offensichtlich, dass Menschen, die sich über menschen- und rechtsverachtende Entwicklungen im Lande Sorgen machen und sich nicht im «Albisgüetli», sondern an anderen Orten privat zusammentun, sich etwa als «Club Helvétique» oder als Vereinigung «Kunst+Politik» bezeichnen. Letztere hat sich übrigens gerade am Bettag in Thun wieder zusammengefunden, und sie hat sich überhaupt nicht unter die «Rockschösse» des EKR-Präsidenten begeben, sondern umgekehrt diesen schon im Januar dieses Jahres mit gegen 1000 Unterschriften gestützt, als die «Blocher-Partei» zu Beginn dieses Jahres diesen einmal zu eliminieren versuchte. Das ist es, was Girardet in diesem Fall zur «Intellektuellen»-Hatz geführt hat.
Der in der BaZ veröffentlichte Text ist an sich bereits deftig genug. Wenn man aber noch Weiteres kennt, was dieser Herr von sich gibt, dann wird dessen Auftritt noch bedenklicher. Girardet polemisiert an anderer Stelle gegen die «Berufsintellektuellen» (Juristen, Ärzte, Professoren, Unternehmer, Lehrer etc.). Wörtlich: «Das Problem bilden heute die wehleidigen Subventionsliteraten, die oft militärisch und zivil ‹dienstuntauglich› sich als ‹Künstler› ein Auskommen erschnorren. Muschg war Professor und Oberleutnant» (Blog-Beitrag, «Tagi»-Online, 18. 9.). Mit solchen Anwürfen und Ausfällen qualifiziert er sich offenbar als Kulturkritiker. Wir leben wieder einmal in Zeiten, in denen die Intellektuellen als disqualifizierende Vokabeln verwendet werden. «Club» und «Kunst+Politik» pflegen vor allem Klärung und Verständnis und sind nicht so sehr auf Propaganda bedacht. Es sind die feindseligen Angriffe, die ihnen Bekanntheit verleihen – was möglicherweise auch eine gute Seite hat.
Girardet hat seinen mentalen Gegnern empfohlen, sich am Sonntagmorgen im Basler Münster doch eine Predigt anzuhören. Der «Club Helvétique» war an diesem Sonntag Gast der Paulus-Akademie in Zürich und der Schreibende Gastprediger in Meilen, in einer Gegend also, von der unzutreffend schon gesagt worden ist, dass sie Blocher-Land sei.
