Sonntag, 25. April 2010

Näfelser Fahrt: Liturgie des Landes Glarus

Die "Willensnation" war für die NZZ an der Näfelser Fahrt 2010. Die Geschichte der Art der Begehung des Anlasses, der an den Sieg der 600 Glarner, Urner und Schwyzer gegen eine zehnfache Übermacht habsburgischer Kriegsleute am 9. April 1388 erinnert, findet sich in der Rede von Frau Landammann Marianne Dürst zusammengefasst. Die Feier ist sehr eindrücklich und wird seit dem Jahr 2000 auch von der General-Bachmann-Gesellschaft dazu benutzt, ausgewählte, prominente Schweizer mit dem Glarner Wehrwillen vertraut zu machen. In der "Illustrierten Zeitung für die Schweiz" hat Heinrich Zschokke (?) 1849 eine Reportage der damaligen Fahrt eingerückt, samt des angeblich von einem Zeitgenossen verfassten Schlachtlied von Näfels. Der Fahrtbrief (1435?) dürfte wohl ein Kristallisationskern eidgenössischer Geschichtsschreibung sein. Über das Zusammenspiel von Religion und Staat bei der Fahrtfeier hat sich Fridolin Jakober in einem Essay zur Näfelser Fahrt Gedanken gemacht.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

(Post an Sie im Mamablog vom 21. Mai 2010 - da Orlando gesperrt ist, wende ich mich fortan hier an Sie.

Wie immer: Analyse gut, bei der Schlussfolgerung lässt Sie der Verstand und auch die Vernunft im Stich.
Wieso die Abgrenzung vom Arbeitgeber, Herr Girardet? Sprechen Sie doch mal beim Chefintellektuellen vor, vielleicht können Sie ihm ein grosses Interview mit der Eva Herman plausibel machen.
Der antireligiöse, nihilistische Spin dort dreht immer langsamer, neuerdings gibts schon einen katholischen Papstverteidiger.

Was sträubt sich bei Ihnen, im Kreise der grossen konservativen Familie Platz zu nehmen, in deren Mitte der Geist des heiligen Friedensreichs schon seit undenkbaren Ewigkeiten weht, den sie so wortreich als Gegenmodell zum zeitgeistigen, ausgelaugten Werte-Relativismus preisen?

Man trifft beim Schiessen auch besser, wenn man auf festem Boden steht.

Grüsse Orlando Furioso

Anonym hat gesagt…

Ach so ist das, dann besteht ja Hoffnung. Für die EVP meine ich. Die Junge ist mir sympathisch mit ihrem Engagement für Familien, die ihre Kinder selber erziehen wollen.

So schiessen sie weiter ihre Elstern und Spatzen in der furchtbaren Wolfsschucht.
Ich finde gar nicht, die Eidgenossen seien verwirrt.
Das beklagen ja genau jene, die sich früher ein Monopol teilten auf die öffentliche Meinung, dass alles ach so zugespitzt und polarisierend und "populistisch" geworden sei.
Wenn "populismus" für klare, provokante Positionen steht (egal aus welcher Himmelsrichtung) die von gewissen Gruppen im Elektorat begeistert unterstützt werden, dann ist doch Populismus eine ungemein belebende Sache, nicht?
Der Lärm macht es gerade für jüngere attraktiv, sich einzubringen. Ich denke wir sind gerade dank der Stalinorgel (und naürlich dank Herrn B.s vaterländischer Armee insgesamt) schon viel toleranter geworden als noch in den Neunzigern. Manch einer leistet sich heute ein "Coming Out" der früher in all den Denkverboten einfach helvetisch-konziliant geschwiegen hätte.

Zum Schluss wieder falsch: ich und andere wurden von den Gastgeberinnen, denen Sie so loyal zugetan sind, vor einer Weile in das Schämi-Eggeli geschickt (Bierverschiss heisst das unter Farbentragenden), von wo aus unsere Wortmeldungen von besagter Praktkantin sehr wohl systematisch auf Herz, Nieren und die Korrektheit der Aussagen geprüft wird, bevor sie erscheinen, mit Verzögerung...oder eben gar nicht. Eine Politik der selektiven Permissivität.
Falls dieser Post erscheint, würde mich das übrigens sehr wundern.

Wir haben uns daher eine Alternative geschaffen. Schauen sie doch mal vorbei, würde uns freuen. Adresse deponiere ich auf ihrem Blog.

Orlando Furioso

der Blog heisst www.maxwort.blogspot.com

uertner hat gesagt…

Lieber "Orlando Furioso", schön benutzen sie diese "einsame Waldschenke" um einen Hinweis auf den neuen Blog zu hinterlassen. Die Kadenz hingegen, mit der in der Blogosphäre der Schweiz, Leute sich "ausgesperrt" fühlen oder auch werden, dürfte wohl eher am Auftritt dieser Personen, als am realexistierenden "Meinungsfaschismus" von Printmedien und Blogs liegen. Dies versuchte ich mit dem neckischen Nick für Sie "Orlando furioso" anzudeuten. Wir sind nicht im "Heiligen Krieg" sondern in der Eidgenossenschaft, in der man dem Gegner den freundeidgenössischen Respekt zugestehen sollte. Ein Grundton der Gewogenheit ermöglicht doch wohl erst, mit aller Schärfe in die Eiterbeulen zu stechen. Wer aber wie ein "Hirntrümmliger" permanent den Zweihänder über dem Kopf kreisen lässt, wird als Gegner fürs "Wortgefecht" uninteressant und verliert unter Umständen auch die Kampfgefährten, die er - je nach Frontstellung - zur linken und zur rechten haben könnte.
Ich fürchte, Ihre Blogs werden zu sehr als "rotierende Zweihänder" wahrgenommen, als dass sie zu einem grossen Treffpunkt werden würden.