Samstag, 20. September 2008

Eidg. Dank-, Buss-, und Bettag

Der britische Künstler Damian Hirst hat mit seiner Rekord-Kunstauktion bewiesen, dass mit religiösen Versatzstücken der jüdisch-christlichen Tradition auch mitten im Börsencrash ganz grosse Kasse gemacht werden kann. In einem Beitrag zum Bettag 2005 habe ich die Abwendung vom "Goldenen Kalb" hin zum mosaischen Bund als das prophetische Urdrama des Dank-, Buss-, und Bettags bezeichnet.

Am 3. Septembersonntag müssen wir uns den prophetischen Fragen zu unserem Bund, der Schweizerischen Eidgenossenschaft stellen. Welches sind die Götzen unserer Zeit, die uns den Bund der Eidgenossen vergessen lassen? Wie können wir zum weiteren Gedeihen unseres Staatswesens innerhalb der Christenheit beitragen als Christen (Katholiken, Reformierte, Altkattholiken) oder Juden oder (gerade im Vorfeld der Minarett-Initiative) Muslimen?


Mustergültig wie Kolumnisten-Doyen Ramspeck im Blick den Tag auf Boulevard-Niveau würdigt.


Kommentare:

flashfrog hat gesagt…

Da sind wir uns für einmal einig, wenn auch ganz anders als du denkst. :-)

Eine Neubesinnung täte in der Tat Not, welche Werte uns wirklich etwas wert sind. Das Anhäufen von unsinnig viel Geld und Macht in den Händen einzelner kann es nicht sein. Schon allein aus dem Grund nicht, weil das, was einer zu viel hat, den Gesetzen der nicht unendlichen Ressourcen zufolge, anderen mangelt, jetzt oder später.

Eine Rückkehr zur alten Kirche sehe ich aber auch nicht als Lösung, denn ebendiese Kirchen haben sich in den letzten Jahrhunderten zu einem Gutteil damit beschäftigt, Geld und Macht anzuhäufen und anderen die Denk- und Meinungsfreiheit zu beschneiden. Und neue Fundamentalismen sind das, was uns in der derzeitigen weltpolitischen Lage wohl am allerwenigsten weiterhilft.

Die 10 Gebote allerdings scheinen mir einer Überprüfung wert. Bin mit ziemlich allen einverstanden. Ausser dem ersten.

bugsierer hat gesagt…

huch, und moderiert wird auch noch. lieber girardet: so wird das nix.

giorgio girardet hat gesagt…

@flashfrog
"Eine Rückkehr zur alten Kirche sehe ich aber nicht als Lösung ..." Ihre Ansicht von "Kirche" ist ziemlich flach und pauschal. Sie sprechen hier nur vom wohlfeilen "Pappkameraden" für den Feuilleton des Zeitgeistes. Es ist schon erstaunlich, wenn Sie mir den "Weltethos" von Hans Küng andreehen wollen, ohne dessen Wurzeln in unserer hiesigen Weltreligion, die nun mal das im Judentum wurzelnde Christentum ist, mitpflegen zu wollen. Gerade der Erfolg von Damian Hirst - und auch jener "Madonnas" - dass mit Religion Kasse gemacht werden kann. Der Reichtum der Schweiz beruht zu einem grossen Teil auf der staatlichen Wirtschaftsführung durch die Grundsätze der Reformatoren.
Die 10 Gebote ohne das erste, sind ein eitles Geschwätz. Die Ethik bedarf einer transzendentalen Fundierung. Das Gestammel der philosophischen Ethik habe ich mir währende des Studiums zwei Semester lang angetan: es taugt nur zum Verfassen von nutzlosen Gedankenturnereien in Seminararbeiten.
@Bugsierer
Tja, in dieser einsamen "Waldschänke" schalte ich die Texte auf. Habe noch nie einen nicht aufgeschaltet. Hoffe aber, dass wenigstens die Umstellung von Schwarz auf Grau beim Dr. Bugsierer auf Zustimmung trifft. Ansonsten: henusode!

flashfrog hat gesagt…

Dass man mit Religion Kasse machen kann und dass man Religion dazu instrumentalisieren kann, weltliche und ökonomische Macht zu sichern und zu vergrössern habe ich ja auch gar nicht bezweifelt.

Bei den Geboten: Von welcher Version/Zählung reden wir da? Ich meinte die Luther-Version.
Über das Unheil, dass der Monotheismus anrichten kann, wenn man auf Teufel komm raus auch alle anderen davon überzeugen will, dass die eigene Art zu glauben die einzig Wahre ist, haben wir an anderer Stelle ja schon diskutiert.

Die Ethik bedarf einer Fundierung in der Vernunft, nicht im Irrationalen.

Du darfst mich aber trotzdem weiterhin duzen, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. ;-)